Leserbrief

Steuerliche Fairness ermöglichen

Zur Abstimmung über die Fairness-Initiative vom 29. November

Mit der Annahme der Individualbesteuerung Anfang 2026 hat die Bevölkerung entschieden, dass die Heiratsstrafe abgeschafft werden soll. Nur wie soll dies umgesetzt werden?

Die Fairness-Initiative setzt auf eine gemeinsame Besteuerung von Ehepaaren bei der direkten Bundessteuer. Ehepaare sollen dabei gegenüber anderen Steuerpflichtigen nicht benachteiligt werden. Was in vielen Kantonen bereits funktioniert, soll auch auf Bundesebene möglich sein. Warum soll der Bund ein kompliziertes neues und personalintensives System einführen, wenn eine einfachere Lösung auf dem bestehenden Steuersystem aufgebaut werden könnte?

Viele Ehepaare haben über Jahrzehnte gemeinsam gelebt, gearbeitet und Verantwortung übernommen. Häufig hat ein Partner zugunsten der Familie auf eine berufliche Karriere verzichtet oder das Arbeitspensum reduziert. Im Rentenalter lässt sich diese Aufteilung nicht mehr verändern. Ihre gemeinsame Lebensleistung soll auch steuerlich berücksichtigt werden.

Wer Kinder betreut oder Angehörige pflegt und dafür beruflich kürzertritt, leistet einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft. Diese Verantwortung darf nicht zu einer zusätzlichen steuerlichen Belastung führen.

Die Initiative will die Steuerhoheit der Kantone respektieren und auf einen grundlegenden Systemwechsel verzichten. Der Bund soll gefälligst das bewährte System der Kantone übernehmen. Fairness bedeutet, unterschiedliche Lebensmodelle anzuerkennen und niemanden steuerlich zu benachteiligen. Darum Ja zur Fairness-Initiative.