Leserbrief

Steigende Kosten für Vereine

Zum 1. August in Brunnen

Der 1.-August-Anlass in Brunnen war einmal mehr ein schönes Fest. Es war erfreulich zu sehen, wie sich die Dorfbevölkerung engagierte, teilnahm und wie viele auswärtige Gäste den Nationalfeiertag feierten. Solche Begegnungen sind wertvoll und stärken das Dorfleben.

Gerade deshalb bereitet eine Entwicklung Sorgen: Mehrere Standbetreiber aus dem Dorf überlegen sich, künftig nicht mehr teilzunehmen. Die Gründe sind nachvollziehbar: Stetig steigende Standgebühren, Stromkosten und die hohen Auslagen für das aufgezwungene Mehrwegbechersystem durch eine externe Firma schmälern den Ertrag. Wenn die einheimischen Vereine abspringen und fremde Standbetreiber kommen, verliert der Anlass seinen Charakter.

Hinzu kommen organisatorische Fragen. Die Gemeinde hat die Durchführung vor Jahren abgegeben. Bei einem Besucheransturm von wohl über 10’000 Personen müsste doch auch das Sicherheits- und Verkehrskonzept höchsten Ansprüchen genügen. Stattdessen herrschte beim Parkplatzmanagement Anarchie – es wurde überall, auch auf Privatgrundstücken, durch Nichteinheimische frech parkiert. Die Wegfahrt um 22.30 Uhr dauerte im Chaos mehr als eine Stunde.

Andere Veranstalter müssen für kleinere Anlässe enorme Auflagen erfüllen. So war beim Kantonalschwingfest mit 4000 Besuchern ein umfassendes Sicherheitskonzept mit 2000 Parkplätzen und etwa 20 Verkehrskadetten erforderlich. Gelten beim 1.-August-Anlass andere Massstäbe?

Fraglich ist zudem, dass auf den Hauptzufahrten immer noch keine Terrorsperren installiert werden. Hoffen wir alle, dass nie etwas passiert – doch Verantwortung bedeutet, Risiken ernst zu nehmen, bevor etwas passiert. Auch einen freiwilligen Beitrag von Zuschauern könnte man verlangen. Ein gelungenes Fest verdient eine sorgfältige Organisation – im Interesse nächster Anlässe und aller Mitwirkenden.

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