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Leserbrief

Spiel ohne Grenzen?

Zur Abstimmung über die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» (Nachhaltigkeitsinitiative) vom 14. Juni

Als ich geboren wurde, betrug die Bevölkerung in der Schweiz 6 Millionen Einwohner – jetzt sind wir bereits bei 9,1 Millionen angekommen, 50 Prozent mehr als damals. Schleichend spürt jedermann die Konsequenzen dieser stetigen Zunahme, beim Verkehr, beim Wohnungsmangel, überall.

Wegen unserer Berge, Wälder, Seen und Kulturflächen bleiben uns nur 7 Prozent der gesamten Landesfläche zum verdichteten Wohnen. Diese Fläche ist jetzt spürbar gefüllt. Nahrung produzieren wir selbst nur für 42 Prozent der Einwohner, der Rest muss importiert werden. Bei der Energie ist es sehr ähnlich. Wir haben uns fahrlässig abhängig gemacht.

Seit Menschengedenken zeigt uns die Natur die Lösung für das gesunde Mass. Regen bringt willkommenes Wasser, Gewitter bringen Überschwemmungen oder Murgänge. Zu viel Schnee bringt Lawinen und Zerstörung. Die Wirtschaft will immer schneller und effizienter werden, mehr Profit sei nötig. In der Schweiz ist niemand für das gesunde Mass bei der Anzahl Bewohner verantwortlich.

Ich bin mir sicher, dass heute jeder Bürger erkannt hat, dass wir uns nicht mehr ohne Verschlechterung der Lebensqualität weiter steigern können. Jetzt erhalten wir die Möglichkeit, mit einem Ja zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz!» ein Zeichen zu setzen. Wir sollten eine typische Schweiz bewahren und keine Grossstädte wie im Ausland kopieren.

Am Schwabentor in Schaffhausen findet man den Spruch «Lappi tue d Augen uf». Das ist ein Hinweis, dass die Lösung manchmal vor der Nase liegt. Wenn wir überall Probleme wegen zu vieler Einwohner haben, dann müssen wir jetzt die Möglichkeit nutzen und dem «Spiel ohne Grenzen» ein Ende setzen. Bewahren, was wir lieben, für eine Schweiz, die lebenswert bleibt, stimme ich am 14. Juni mit Überzeugung Ja.

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