Neulich habe ich in einem Leserbrief die theoretische Grundlage von Angebot und Nachfrage beschrieben. Jetzt zeige ich, wie aus wirtschaftlicher Sicht zwei Initiativen mehr miteinander zu tun haben, als man auf den ersten Blick meint. Die kantonale Initiative der SP für Krankenkassenverbilligung führt zu erhöhter Nachfrage im Bereich Gesundheitsleistungen, denn das «Billige» wird häufiger nachgefragt als das Teurere.
Statistisch ist dieser Preistreiber klar ausgewiesen: Die Kantone mit starker Prämienverbilligung haben schon heute durchwegs höhere Prämien, die Menschen zahlen so unter dem Strich mehr für die Gesundheitskosten als in den «sparsamen» (ich sage: klugen) Kantonen wie Schwyz.
Ebenfalls preistreibend wirkt sich die Beschränkung der Einwohnerzahl aus, welche die eidgenössische 10-Millionen-Initiative der SVP will. Bei Annahme würden viele ausländische Fachkräfte fehlen, das ergäbe also eine Verknappung. Gleichzeitig vermögen – zum Glück – die Schweizer Geburten die Sterberate nicht auszugleichen, die Bevölkerung als Ganzes wird also (noch) schneller überaltern. Je älter der Bevölkerungsschnitt, desto höher ist das Bedürfnis (also die Nachfrage) nach Gesundheitsleistungen. Beide Vorstösse bewirken mittel- und langfristig höhere Kosten. Wer das nicht will, stimmt bei beiden Initiativen Nein.

