Der Kanton Schwyz ist oft Vorbild in Sachen Freiheit und Souveränität. Diese Tugenden sollte er auch in der Digitalisierung leben – und könnte damit schweizweit Massstäbe setzen. Viele Unternehmen und gerade Behörden im benachbarten Ausland ziehen sich aus der Cloud zurück und speichern ihre Daten wieder auf eigenen Servern innerhalb der Landesgrenzen. Nicht nur der Datenschutz ist damit besser gewährleistet, kurze Kommunikationswege reduzieren die Abhängigkeit und garantieren hohe Verfügbarkeit, gerade in Krisenfällen.
Sogar die EU hat die Wichtigkeit der digitalen Souveränität erkannt und will mit Cloud- und AI-Gesetzen erreichen, dass Mitgliedstaaten europäische Anbieter bevorzugen können, um so die technologische Kapazität der Gemeinschaft zu stärken.
Frankreich zum Beispiel verbannt Microsoft Teams teils aus den Behörden, setzt eine eigene Office-Lösung ein und speichert alle Daten auf französischem Boden. Pro 100’000 Nutzer kann so rund eine Million Lizenzgebühren eingespart werden. Besonders erwähnenswert: Die französische Gendarmerie setzt seit Jahren erfolgreich über 80’000 Arbeitsplätze mit kostenlosem Linux-Betriebssystem ein und beweist, dass dies nicht nur möglich, sondern nachhaltig erfolgreich sein kann.
Auch im Nachbarkanton gibt es gute Beispiele: Die Gemeinde Altdorf setzt mit Nextcloud erfolgreich eine freie, kostenlose Lösung ein.
Unser Kanton könnte Vorbildfunktion für andere Behörden übernehmen, indem wir auf lokale Anbieter, quelloffene und standardisierte Softwarelösungen setzen und diese im eigenen Rechenzentrum betreiben. So bleiben unsere Steuerfranken im Kanton und stärken die lokale Wirtschaft.
Es braucht ein wenig Mut, aber noch lange keinen Winkelried, um den Kanton Schwyz in die digitale Unabhängigkeit zu führen.

