In Österreich steht sinngemäss in der Verfassung, man sei neutral nach schweizerischem Vorbild. Die schweizerische Neutralität ist also etwas Spezielles, ja, sie ist ein Pfeiler, auf dem die Schweiz steht. Im Grundsatz stammt sie von unserem Landesvater Bruder Klaus, der sagte: «Mischt Euch nicht in fremde Händel.» Die Neutralitätsinitiative ist hervorragend, mit Weitsicht verfasst und muss unbedingt angenommen werden.
Wir sind nur schweizerisch neutral, wenn wir von den anderen so wahrgenommen werden. Mit einseitigen Sanktionen beteiligen wir uns am Wirtschaftskrieg gegen Russland. Warum eigentlich? Warum sanktioniert man dann die USA nicht? Jemen, Ruanda, Israel, Kongo etc. führen auch Krieg. Diese müsste man auch sanktionieren. Am Ende können wir mit niemandem mehr Handel betreiben, und eine Vermittlerrolle für Frieden wird unmöglich. Moralismus und Überheblichkeit würden unser Land ruinieren.
Glaubhaft neutral und wehrhaft, dazu gehört eine starke Armee. In Bern träumt man von der Nato, die uns im Konflikt hilft. Welche Nato-Staaten hätten uns zum Beispiel im Zweiten Weltkrieg verteidigt? Etwa die USA, welche aktuell die von der Schweiz bestellten und bezahlten Luftabwehrraketen nicht liefern? England, bei dem man nicht mehr mitkommt beim Wechsel der Regierungen?
Neutral bleiben wie unsere Väter, glaubhaft verteidigungsfähig wie die Eidgenossenschaft in der Vergangenheit und friedensstiftend, wofür die guten Dienste der Schweiz lange Zeit bewundert wurden. Am 27. September ein überzeugtes Ja zur Neutralitätsinitiative.
