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Leserbrief

Retter in der Dämmerung

Zum Artikel «Achtung: Amphibien kreuzen die Strassen» vom 13. März

Sobald die Dämmerung einsetzt und der erste milde Frühlingsregen fällt, erwacht das Leben am Wegesrand. In der Gemeinde Ingenbohl hat die alljährliche Amphibienwanderung begonnen. Hunderte von Erdkröten, Molchen und Fröschen machen sich auf den gefährlichen Weg zu ihren Laichgewässern – und sind dabei für ihre Sicherheit auf die Hilfe von Menschen angewiesen.

Es ist ein ungleicher Kampf: Auf der einen Seite ein wenige Zentimeter grosser Bergmolch, auf der anderen Seite tonnenschwere Fahrzeuge. Doch in Ingenbohl gibt es in diesen Wochen einen Lichtblick. Entlang des kritischsten Abschnitts wurden grüne Schutzzäune errichtet. Diese hindern die Tiere daran, direkt auf die Strasse zu laufen, und leiten sie stattdessen in im Boden versenkte Auffangkübel.

Viele Amphibienarten in der Schweiz sind gefährdet. Der Verlust von Feuchtgebieten und die Zerschneidung der Landschaft durch Strassen haben den Beständen zugesetzt. Da sich in der Region ein Laichgewässer von nationalem Interesse befindet, ist der Schutz hier besonders wichtig.

Täglich patrouillieren freiwillige Helfer entlang der Zäune. Sie kontrollieren die Kübel und tragen die Tiere sicher über die Strasse. Dabei finden sie häufig Erdkröten, Molche, Grasfrösche und Unken.

Trotz der Schutzmassnahmen landen immer wieder Tiere auf der Fahrbahn. Die Verantwortlichen bitten Autofahrer deshalb eindringlich, in den markierten Bereichen langsamer zu fahren. Schon geringe Temporeduktionen können helfen, die Tiere zu schützen.

Das Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Behörden und Freiwillige zusammenarbeiten. Dank deren Einsatz können jedes Jahr viele Amphibien sicher zu ihren Laichgewässern gelangen. Die Wanderzeit dauert voraussichtlich noch bis Ende April an.

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