Die neue LCH-Umfrage bestätigt, was Lehrpersonen seit Jahren erleben: Der integrative Unterricht ist ein politisch verordnetes Ideal, das in der Realität scheitert. Wenn in einer Klasse mehrere Diagnosen, Sonderziele und Fördermassnahmen gleichzeitig auflaufen, wird Unterricht zur permanenten Feuerwehrübung, und die leistungsstarken Kinder verschwinden zuverlässig im Rauch.
Über 70 Prozent der Lehrpersonen sagen klar, dass starke Schülerinnen und Schüler zu kurz kommen. Das ist keine Befindlichkeit, sondern Fakt. Wer täglich unterrichtet, weiss, dass man nicht fünf Baustellen betreuen und gleichzeitig Spitzenförderung leisten kann. Die Politik nennt das Inklusion, die Lehrpersonen nennen es Überforderung.
83 Prozent berichten von massiv erhöhter Arbeitsbelastung. Doch statt einzugestehen, dass das System nicht funktioniert, werden Schulinseln und zusätzliche Ressourcen als Reparaturflicken verkauft. Man versucht, ein löchriges Schiff mit Pflastern zu retten.
Die Lehrpersonen haben gesprochen – deutlich. Wer ihnen jetzt noch erklären will, sie würden die Lage falsch einschätzen, sollte selbst eine Woche eine integrative Klasse führen. Die Realität im Klassenzimmer spricht klarer als jede Theorie, und sie verlangt endlich Konsequenzen.
