Nach der Abstimmung über die Abschaffung des Eigenmietwertes war die kantonale Kaufkraft-Initiative ein weiteres Beispiel, das zeigt, wie wenig Wissenschaftlichkeit in der politischen Praxis gefragt ist. Man braucht nicht zu lügen, es genügt, Daten auszuwählen, die dem eigenen Anliegen dienen, und widersprechende Tatsachen zu verschweigen. Diese Art von Populismus wird von rechts bis links praktiziert.
Das Initiativkomitee hat angeführt, dass die Prämienverbilligungsbeiträge im Kanton Schwyz «im Kantonsvergleich seit Jahren weit hinten bei den Kantonen sind». Verglichen werden die kantonalen Beiträge in Franken und nicht die effektive Belastung der Prämienzahlenden. Die Kosten für das Gesundheitswesen und damit auch die Höhe der Krankenkassenprämien differieren jedoch stark von Kanton zu Kanton. Somit kann nicht aus den kantonalen Pro-Kopf-Ausgaben in Franken auf die Belastung der Prämienzahlenden geschlossen werden.
Im aktuellsten Monitoring des Bundesamts für Gesundheit (Daten von 2020) wird die oben erwähnte Problematik berücksichtigt. Ferner werden sieben Modellhaushalte mit entsprechenden Einkommen definiert. Die Analyse erlaubt Schlussfolgerungen für wirklichkeitsnahe «mittlere Prämien». Die Prämienbelastung nach Abzug der Individuellen Prämienverbilligung (IPV) wird in Prozent des verfügbaren Einkommens formuliert.
«Sieben Kantone weisen eine durchschnittliche verbleibende Prämienbelastung von über zehn Prozent auf. Es sind alles Kantone mit einer überdurchschnittlich hohen ‹mittleren Prämie› …», heisst es im Bericht, und «Die sechs Kantone ZG, GR, OW, NW, SZ, VD weisen durchschnittlich eine verbleibende Prämienbelastung von unter acht Prozent des verfügbaren Einkommens auf. Es sind mit Ausnahme von Nidwalden alles Kantone, deren IPV die Prämienbelastung überdurchschnittlich stark reduzieren.»
