Leserbrief

Planlose Planer

Zum Artikel «Jetzt beginnt die Vollsperrung der Langenstegbrücke» vom 27. Oktober

Ganz Schwyz ist eine Baustelle. Überall sind Ampeln, Sperrungen, Hindernisse. Haben doch alle Menschen gelernt, zuerst eine Arbeit fertigzustellen, bevor man eine neue anfängt, scheint dieser Grundsatz gänzlich vorbeigegangen zu sein an unseren Herren und Damen der Strassenplanung und den Verantwortlichen.

In Steinerberg wohnhaft, habe ich gleich drei Wege nach Schwyz – alle drei sind gesperrt. Die Schlagstrasse schon seit Ewigkeiten, in Steinen im Dorf scheint man auch keine Ruhe zu finden, und Richtung Goldau sind sogar gleich zwei Rotlichter. Zwischen Schwyz und Brunnen sowieso. Nebst der lange dauernden Sperrung um den Busbahnhof ist auch die Achse unterhalb Mythencenter zur Muotabrücke gleichzeitig gesperrt. Selbstverständlich gehört dazu auch, dass man die Umfahrung über die Laimgasse auch sperrt und Richtung Gätzlistrasse auch ab und zu – wäre ja noch schöner, wenn man die Baustelle umfahren und den Verkehr flüssig halten könnte.

Nein! Der Verkehr soll gefälligst überall stocken und es soll möglichst viel Stau sein. Dies ist, so muss man denken, das Ziel des Ganzen. Möglichst viele Baustellen gleichzeitig aufreissen, erst mal absperren, Ampeln und Fahrzeuge hinstellen und dann monatelang im Schleichtempo, wenn überhaupt, vorwärtsgehen.

Kürzlich las ich im «Boten» «i m Raum Schwyz verträgt es momentan keine weitere Vollsperrung einer Verkehrsachse» und wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Lachen, weil es scheinbar doch noch Grenzen gibt. Weinen, weil das also die ganze Zeit eine Möglichkeit war, aber man sich aktiv dagegen entschied und stattdessen befand, dass es sehr gerne noch mehr Vollsperrungen gebrauchen kann. Ja, mit dem Geld und der Zeit anderer Leute kann man gerne um sich schmeissen und rücksichtslos sein. Zu Recht nennt man das eine planlose Planung.