Der neue Lehrgang der PH Schwyz und Zug gegen Ungleichheit im Schulzimmer klingt gut, aber er löst das Grundproblem nicht. Ungleichheit entsteht nicht, weil Lehrpersonen zu wenig Weiterbildungen besuchen, sondern weil die politischen Rahmenbedingungen versagen und das überstrapazierte Schulsystem an seine Grenzen stösst. Doch statt die Hausaufgaben an der Basis zu machen, nutzen Bildungsdirektionen und PHs solche Angebote vor allem, um sich selbst wichtig zu machen und zu signalisieren: «Es läuft was». Für die Hochschulen ist es zudem ein willkommenes Geschäftsmodell, um zusätzliche Gelder zu generieren.
Man kann noch so viele Projekte entwickeln, Berichte schreiben und teure Konzepte mit anderen Kantonen teilen. Solange Klassen überfüllt sind, bessere Rahmenbedingungen fehlen und Lehrpersonen im Bürokratie-Sumpf stecken, bleibt jeder Lehrgang ein pädagogisches Trostpflaster. Statt neue Kurse zu lancieren, bräuchte es endlich Mut zu strukturellen Entscheiden: mehr gut ausgebildetes Personal, weniger Papier, realistische Lehrpläne. Alles andere ist Kosmetik auf Kosten der Steuerzahlenden und der Gesundheit der Lehrpersonen.
