Anlässlich des Dankesanlasses für freiwillige Helferinnen und Helfer im Flüchtlingsbereich lud das Amt für Migration zu einem Austausch ein. Sara Michalik, eine Fachpsychologin und Traumaspezialistin, referierte über die Traumatisierung von geflüchteten Menschen und wie unsere Gesellschaft damit umgeht. Als Verantwortliche des Kantons sassen in der ersten Reihe Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher und die Vorsteherin des Amts für Migration, Tünde Szalay.
Haben die beiden Damen aufmerksam zugehört? Die gängige Praxis, wie der Kanton Schwyz mit Menschen in der Nothilfe umgeht, spricht eine andere Sprache und widerspricht diametral dem Anspruch an Menschlichkeit. Was spricht dagegen, diese Unterkunft auch tagsüber offen zu lassen? Gar mancher Polizeieinsatz liesse sich vermeiden. Das würde auch verhindern, dass diese Menschen nicht noch vollends dekompensieren und nur noch den Ausweg zu Gewalt und illegalem Handeln finden.
Mancher taucht unter und lebt als Sans-Papiers in grösseren Städten wie Zug, Luzern oder Zürich. Dies ist vom Kanton Schwyz gewollt und provoziert. Aus den Augen, aus dem Sinn – aus der Verantwortung!
Meiner Meinung nach ist diese Haltung neben den menschlichen Aspekten auch sehr unsolidarisch den anderen Kantonen gegenüber. In unseren Nachbarkantonen ist es selbstverständlich, die Abgewiesenen in Unterkünften unterzubringen, die rund um die Uhr offen sind. Petra Steimen-Rickenbacher erklärt sich nicht bereit, diese unmenschliche Praxis im Kanton Schwyz aufzugeben. Ich frage mich nur, wieso dies in anderen Kantonen problemlos möglich ist.
Ganz besonders nach diesem interessanten Fachinput der Traumaspezialistin – notabene vom Amt für Migration organisiert – erstaunt mich diese unmenschliche Haltung von Petra Steimen-Rickenbacher und Tünde Szalay sehr und lässt sich als zynisch, unethisch und sogar verlogen umschreiben.

