Noch in den späten 1990er-Jahren ist die Arbeitslosenquote nach dem EWR-Nein auf beinahe sieben Prozent hochgeschnellt. In späteren Jahren hat sich ein breiter politischer Konsens durchgesetzt, dass die Schweiz ohne eine enge Zusammenarbeit mit ihren nächsten Nachbarn wirtschaftlich nicht erfolgreich sein kann. Der bilaterale Weg, der auch die Personenfreizügigkeit miteinschliesst, ist geboren und begangen worden.
Ja, seither ist die inländische Wohnbevölkerung durch Zuwanderung aus dem EU-Ausland tatsächlich stark gewachsen. Aber haben Politikerinnen und Politiker oder gar die öffentliche Verwaltung diese europäischen Männer, Frauen und Kinder bestellt? Nein! Es waren die Unternehmen, die Chefs, die Abteilungsleiter und Personalverantwortlichen, die Personen aus dem EU-Ausland eingestellt haben, weil sie auf dem Schweizer Arbeitsmarkt einfach nicht mehr fündig wurden.
Und hier sieht man, dass die SVP-Initiative alles andere als nachhaltig ist. Sollte der 10-Millionen-Deckel dereinst erreicht werden, müssen wir die Personenfreizügigkeit aufkünden oder so aushöhlen, dass sie die EU kündigt. Die Folge: Die Landwirtschaft, das Gewerbe, der Tourismus und die Gesundheitsversorger stehen ohne Ärztinnen, IT-Entwickler, Bauarbeiter, Servicefachkräfte, Erntehelfer, Sanitärinnen und Müllmänner da. Die Industrie und die Dienstleister verlagern ihre Tätigkeit ins Ausland, wo sie noch Fachkräfte finden.
Die Zuwanderung stellt uns alle vor Integrationsherausforderungen. Die extreme SVP-Initiative, die eigentlich auf die Asylthematik abzielt, schiesst aber mitten auf unsere Wirtschaft und den Wohlstand unserer Schweiz. Stimmen Sie darum Nein.

