Leserbrief

Nein zur Mitte-Zwängerei

Zur Abstimmung über die Fairness-Initiative vom 29. November

Die Heiratsstrafe ist abgeschafft. Das Schweizer Stimmvolk hat entschieden, dass künftig jede Person unabhängig vom Zivilstand besteuert wird. Entscheidend soll sein, was jemand leistet und verdient, und nicht, mit wem man morgens am Frühstückstisch sitzt.

Doch kaum ist dieser Entscheid gefallen, kommt die Mitte mit ihrer Initiative und will zurück zur gemeinsamen Besteuerung von Ehepaaren. Aber Achtung: nur auf Bundesebene! Das Ergebnis wäre ein Steuerwirrwarr, das niemand braucht.

Beim Bund würden Ehepaare wieder gemeinsam besteuert, bei Kanton und Gemeinde hingegen weiterhin individuell. Das heisst im Klartext: Ein Ehepaar müsste künftig drei Steuererklärungen ausfüllen statt zwei. Mehr Papierkram, mehr Bürokratie und mehr Aufwand. Da fragt man sich schon, wem damit eigentlich geholfen ist.

Das Volk hat entschieden. Statt diesen Entscheid umzusetzen, steht bereits die nächste Steuerdiskussion an. Dabei sollte unser Steuersystem einfacher und nicht komplizierter werden.