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Leserbrief

Nein zur Heiratsstrafe – Ja zur Individualbesteuerung

Zur Abstimmung über die Individualbesteuerung vom 8. März

Vor mehr als 40 Jahren sagte ich vor Gott und vielen Gästen Ja zu meinem Mann. Eine Entscheidung, die ich nie bereut habe. Was ich hingegen sehr bedauere, sind die systematischen Nachteile, die verheiratete Paare in der Schweiz immer noch erfahren.

Obwohl ich fast 40 Jahre berufstätig war, gemeinsam mit meinem Mann vier Kinder grosszog und ausserdem sehr viel Freiwilligenarbeit leistete, werde ich nicht die AHV-Rente, die ich als nicht verheiratete Frau bekäme, erhalten. Die Plafonierung der AHV-Renten bestraft uns als Ehepaar um jährlich rund 12 ’ 000 Franken. Was für eine Heiratsstrafe!

Am 8. März haben wir nun die Chance, eine andere Heiratsstrafe abzuschaffen. Heute werden Ehepaare gegenüber Konkubinatspaaren in mehr als 50 Prozent der Fälle steuerlich benachteiligt. In 36 Prozent der Fälle zahlen unverheiratete und verheiratete Paare etwa gleich viel Steuern. Nur 14 Prozent der Ehepaare profitieren heute vom aktuellen System. Die jetzige steuerliche Bevorzugung von Konkubinatspaaren führt in gewissen Konstellationen sogar dazu, dass eine Person keine Steuern zahlt und Prämienverbilligungen bezieht, obwohl die andere Person ein hohes Einkommen hat.

Mit der Individualbesteuerung würden 95 Prozent aller Ehepaare künftig steuerlich entlastet und endlich gleichbehandelt wie Konkubinatspaare. Ich sage aus voller Überzeugung Ja zur Individualbesteuerung. Es ist höchste Zeit, dass diese und weitere Heiratsstrafen endlich der Vergangenheit angehören.

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