Dem SP-Altmeister Peter Bodenmann ist es wieder einmal gelungen, sich im Rahmen der Brandkatastrophe von Crans-Montana ins Rampenlicht zu bringen. Stephan Annen hat diese schamlose Profilierung in seinem Leserbrief im «Boten» zu Recht gerügt und die Situation um Gebäudeversicherung, Brandschutz, Kontrollen et cetera ins richtige Licht gestellt, was ich voll unterschreiben kann.
Mit seinem Leserbrief hat Stephan Annen jedoch ein altes Thema angestossen: Was ist zielführender, eine kantonale oder eine private Gebäudeversicherung? Dabei ist er als Vertreter der Versicherungsbranche einmal mehr einem offensichtlichen Gedankenfehler aufgesessen. Ich bin grundsätzlich ein Verfechter der freien Marktwirtschaft, falls der Markt auch spielt. Bei staatlich vorgeschriebenen Obligatorien ohne Wahlfreiheit spielt der Markt leider nicht. Ein gutes Beispiel ist die Krankengrundversicherung mit den bekannten jährlichen Prämiensteigerungen.
Zurück zur Grundfrage: Was ist für die Hauseigentümer besser: eine staatliche oder eine private Gebäudeversicherung? Dazu gibt es zum Glück Beispiele aus der Praxis. Im Kanton Schwyz muss das Gebäude privat versichert werden, im Kanton Graubünden ist diese Versicherung – und alles, was zur Prävention von Bränden dient – kantonal organisiert. Über die Effektivität der beiden Modelle lässt sich streiten. Was jedoch direkt vergleichbar ist, sind die Prämienkosten. Im Kanton Graubünden liegen diese bei 17 Rappen je 1000 Franken Versicherungswert, im Kanton Schwyz bei 94 Rappen (Jahr 2025/26). Warum verliert Stephan Annen in seinem Leserbrief kein Wort darüber? Die Büchse der Versicherungspandora soll anscheinend nicht geöffnet werden.

