Ich lese und höre oft, ein Ja zur SRG-Initiative stärke die Kaufkraft der Schwyzerinnen und Schwyzer. Doch stimmt das wirklich? Wohl kaum. Die Vorlage bringt pro Haushalt gerade einmal ein Sparpotenzial von 100 Franken pro Jahr. Eine Einzelperson kann maximal 27 Rappen pro Tag sparen. Wer die Bevölkerung in unserem Kanton tatsächlich entlasten möchte, müsste bei der Prämienverbilligung und beim bezahlbaren Wohnraum ansetzen. Dort wären spürbare Verbesserungen möglich.
Auch sonst hält die Initiative nicht, was sie verspricht. In den Bereichen Sport und Kultur würde es für uns alle teurer. Wer weiterhin Filme und Livesport sehen möchte, müsste teure Abos bei Netflix, My Sports, Blue TV und so weiter kaufen. Allein ein einziges davon kostet bis zu 600 Franken im Jahr. Und wer die heutige Vielfalt der SRG behalten will, müsste gleich mehrere Dienste abonnieren – das würde richtig teuer.
Weichen wir, um einen Film zu schauen, auf Privatsender aus dem In- und Ausland aus, drohen uns ellenlange Werbepausen. Diese sind bei der SRG nicht erlaubt. Ich schätze dies sehr. Nicht zu vergessen ist die Berichterstattung aus den Regionen. Das Radio leistet hier einen unverzichtbaren Beitrag, etwa mit Sendungen wie dem «Regionaljournal Zentralschweiz». Bei einem Ja zur Initiative wird es solche Angebote in der heutigen Form schlicht nicht mehr geben.
In Zeiten von Fake News und gezielten Desinformationskampagnen braucht unsere demokratische Schweiz einen unabhängigen, neutralen öffentlichen Rundfunk mehr denn je. Die SRG ist ein Verein ohne Profitabsicht, gehört uns allen und kann weder von internationalen Medienkonzernen noch von Milliardären übernommen und inhaltlich gesteuert werden. Mit all diesen Argumenten lege ich am 8. März ein Nein zur SRG-Halbierungsinitiative in die Urne.
