Die Individualbesteuerung ist ein wichtiger Schritt zu mehr Fairness im Steuersystem. Paare sollen nicht aus steuerlichen Gründen auf eine Heirat verzichten oder wegen der Steuerprogression höhere Arbeitspensen meiden. Das heutige System setzt hier falsche Anreize.
Unsere Lebensrealität hat sich längst verändert: Auch kinderbetreuende Mütter und Väter arbeiten heute meist zumindest in kleinen Pensen, und Haushalte mit nur einem Einkommen werden immer seltener. Die Individualbesteuerung trägt dieser Entwicklung Rechnung und behandelt alle erwachsenen Personen unabhängig vom Zivilstand gleich.
Würden heute erst Steuern eingeführt, wäre das bestimmt das natürlichste und einfachste Modell. Ein Leben lang gilt dasselbe Prinzip: eine Person, eine Steuerveranlagung.
Das Argument des höheren Verwaltungsaufwands überzeugt mich wenig. Bei Scheidungen – immerhin endet jede zweite Ehe – und bei Todesfällen müssen heute neue Veranlagungen gemacht werden. Diese Arbeit würde wegfallen. Zudem dürfte der Aufwand dank fortschreitender Digitalisierung überschaubar bleiben. Die Trennung der Steuererklärungen ist zudem nur einmal nötig und wird faktisch bereits heute mit der zweiten Spalte praktiziert. Darum stimme ich am 8. März Ja zur Individualbesteuerung.
