Dass das Gebiet Pfaffenhaut vor einigen Jahren zum Biotop von nationaler Bedeutung erklärt wurde, grenzt an Absurdität. Die dortigen Weiher sind keineswegs unberührte, schützenswerte Natur. Es handelt sich schlicht um die künstlich angelegten Schlammabsetzbecken einer ehemaligen, mittlerweile stillgelegten Kiesgrube. Seit die Kiesgrube zu ist, zeigt die Natur eigentlich, was sie will: Da die Becken nicht dicht sind, verlanden und vertrocknen sie von Natur aus, während Schilf die Flächen zurückerobert. Doch statt diesen natürlichen Lauf der Dinge zu akzeptieren, wurde das einstige, lebensgefährlich eingezäunte Industriebecken zum nationalen Schutzgebiet erhoben. Dass man diese Weiher nun mit massivem Aufwand und ständig neuen, künstlichen Massnahmen überhaupt erst am Leben erhalten muss, ist absolut unverständlich und widersinnig. Dieser künstlich erzwungene Naturschutz hat jegliches Augenmass verloren.
Leserbrief
Künstliche Natur mit der Brechstange
Zum Artikel «Biotope fördern die Kirschessigfliege» vom 24. Juli

