Leserbrief

Krieg wird verhindert, indem man Stellung bezieht

Zur Abstimmung über die Neutralitätsinitiative vom 27. September

Wer JA stimmt, verhindert keinen einzigen Krieg. Wer Ja stimmt, ermöglicht aber jeder Schweizerin und jedem Schweizer, beste Geschäfte mit denen zu machen, die Kriege anzetteln.

Krieg wird verhindert, indem man Stellung bezieht, Sanktionen dem Kriegstreibenden auferlegt und dem Angegriffenen Hilfe leistet.

Die Schwyzer Herren waren in der Zeit der Reisläuferei Meister darin, bei kriegsführenden Herrschern mit Söldnertruppen beidseits Gewinne zu holen. Nun soll die Neutralität so verankert werden, dass kein Schweizer bei kriegerischen Auseinandersetzungen daran gehindert wird, Geschäfte mit den Kriegführenden zu machen. Die Neutralitätsinitiative will bekanntlich Sanktionen verbieten.

Das ist Reisläuferei moderner Art: beidseits Geschäfte machen – zwar keine Soldaten mehr auf den Kampfplätzen, offiziell auch keine Waffen, dafür aber viel anderes mehr, was Despoten ermöglicht, zerstörerische Kriege zu führen.

Putin begann den Krieg gegen die Ukraine. Doch Putin-Bewunderer klagen: Es sei kompliziert mit dem ganzen Krieg – es werde in den westlichen Medien alles komplett verdreht – schlimm, dass Kiew täglich Drohnen nach Russland schicke. Von diesen kein Wort zu den Verbrechen Russlands in der Ukraine: den Massakern zu Beginn des Krieges, den ständigen Bombardements auf Spitäler, Schulen, Kirchen, Wohnblocks, Heiz- und Stromanlagen und andere öffentliche Einrichtungen.

«Kein Krieg – Ja zur Neutralität» – ein verlogener Slogan, der hoffentlich vergebens erfunden wurde!