notifications
Leserbrief

Knauseriger Kanton

Zur Abstimmung über die kantonale Initiative «Kaufkraft stärken – Prämienverbilligung auch für den Mittelstand» vom 14. Juni

Seit Jahren steigen die Krankenkassenprämien, Wohnkosten und allgemeinen Lebenshaltungsausgaben stark an – nicht nur im äusseren Kantonsteil. Für viele Menschen bedeutet das einen spürbaren Verlust an Kaufkraft.

Gleichzeitig steht der Kanton Schwyz finanziell hervorragend da. 950 Millionen Franken Eigenkapital haben sich angesammelt. Statt jedoch die Bevölkerung gezielt zu entlasten, setzt die Politik vor allem auf Steuersenkungen, die dem Mittelstand wenig bringen und einmal mehr vor allem Gutverdienende profitieren lassen.

Durch die beschlossene Steuerfusssenkung um 5 Prozentpunkte nimmt der Kanton zwar 19,7 Millionen Franken weniger ein. Der von allen Seiten gewünschte Abbau des Eigenkapitals gelingt dadurch jedoch nur marginal. Hinzu kommt, dass zurzeit über die Hälfte der Schwyzer Bevölkerung weniger als 50’000 Franken pro Jahr versteuert. Sie profitiert von einer solchen Steuerfusssenkung mit maximal 50 Franken weniger Steuern. Bei Annahme der Kaufkraftsinitiative würden diese Personen jedoch mit mehreren Tausend Franken entlastet.

Mit höheren Prämienverbilligungen sollen jene Haushalte entlastet werden, die besonders unter den steigenden Krankenkassenkosten leiden. Eine Familie bezahlt heute über 18’000 Franken pro Jahr an Krankenkassenprämien – rund 30 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Es ist schwer nachvollziehbar, dass ein reicher Kanton wie Schwyz bei den tiefen Steuern zur Spitze gehören will, bei den Prämienverbilligungen jedoch hinterherhinkt. Andere Kantone zeigen längst, dass mehr möglich wäre. Für mich ist klar: Schwyz kann und soll seine Bevölkerung stärker unterstützen. Deshalb stimme ich am 14. Juni Ja zur Kaufkraftsinitiative.

Mehr aus dieser Gemeinde