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Leserbrief

Kausalität erkennen

Zum Artikel «Schwyzer Regierung setzt auf Abwarten» vom 31. März
Leserbrief, Leserbreif

In der «NZZ» vom 16. Februar beschreibt C. Tanner, wie sie mit 37 Jahren die traumatische Diagnose «Brustkrebs» zur Kenntnis nehmen musste und dass sie daran sterben könnte. Gott sei Lob und Dank, ist Frau Tanner genesen.

Die Journalistin Andrea Marti beschreibt und belegt im gleichen Artikel, dass immer mehr junge Frauen unter 40 Jahren diese «schreckliche» Diagnose erhalten. Erkrankten in den 1990er-Jahren noch 34 von 100’000 Frauen, sind es nun 40 Fälle, was einer Zunahme um 18 Prozent entspricht. Die Ursachen dieser Erkrankungen sind komplex und mannigfaltig, erklärt die Onkologin Isabell Witzel. Rückstände in der Ernährungskette müssen miteinbezogen werden.

Nun sollten wir als Gesellschaft mit Politik, Verwaltung, Produzenten, Vermarktern und Konsumenten mal hinschauen und uns eingestehen: Indem wir die Grenzwerte von Giften einfach anpassen und abwarten, so wie es im «Boten der Urschweiz» vom 31. März beschrieben wurde, wird das Problem nicht gelöst. Wenn wir die Fische aus unseren nächsten Seen nicht mehr bedenkenlos essen dürfen, hat die Kirchenuhr zwölfmal geschlagen.

Wir müssen erkennen, dass Pestizideinsätze wohl nötig sind, um den Ernteausfall zu verhindern. Gleichzeitig spritzen wir aber eine Menge Gift nur für das Auge. Also: Früchte und Gemüse müssen makellos glänzen und gleichmässig geformt sein. Alle Beteiligten sind aufgerufen, den Absenkpfad für synthetische Pestizide von 50 Prozent mitzutragen. Bauern und Konsumenten, Hand in Hand, ohne Schuldzuweisungen.

Wir Konsumenten müssen selbst Verantwortung übernehmen und den undurchsichtigen «Labelsalat» der Grossverteiler links liegen lassen. Fragen wir doch einfach: Wie oft wurde dieser Apfel oder diese Tomate mit synthetischem Pestizid gespritzt? Wie viele Antibiotika hat das Tierchen gefressen? Punkt!