Seit Jahren baut der Kanton die H8 kontinuierlich zu einer stark frequentierten Hauptverkehrsachse zwischen Schwyz und Pfäffikon aus. Heute durchfahren an Werktagen zirka 11’000 Fahrzeuge das Dorf Rothenthurm. In seiner Antwort auf ein Postulat zur Verkehrssicherheit in Rothenthurm befand die Regierung, dass 11’000 Fahrzeuge «einer typischen Ortsdurchfahrt» entsprächen, und da der Fussgängerstreifen über eine Mittelinsel verfüge und in einer 50er-Zone liege, die sogar durch einen Radar überwacht werde, gäbe es keinen Handlungsbedarf bezüglich Lichtsignalanlage. Vielmehr sei die Verkehrssicherheit eine Frage der Verkehrserziehung und überhaupt Sache der Schule.
Dies mag bei Quartierstrassen und schwach bis mittel frequentierten Kantonsstrassen vielleicht angehen, aber nicht bei einer Hauptverkehrsachse des Kantons mit einem hohen Anteil an Schwerverkehr! Die Regierung schiebt hier die Verantwortung einfach an die Erziehungsberechtigten und an die Schule ab, und man bekommt den Eindruck, dass man für die 50er-Innerortsgeschwindigkeit und den Radar noch dankbar sein muss.
Dabei dürfte eigentlich erwartet werden, dass die Dörfer an H8, wie das in anderen Kantonen üblich wäre, mindestens einen durch eine Lichtsignalanlage gesicherten Fussgängerübergang erhalten, also eine Art «Safe Space», welcher unabhängig von der Uhrzeit funktioniert. Schliesslich besuchen Kinder neben der Schule auch noch die Jugi oder die Musikschule. Der Kanton seinerseits hat auf der eigenen Webseite diverse Dokumente und Empfehlungen zur Verkehrssicherheit aufgeschaltet, welche bei 11’000 Fahrzeugen pro Tag durchaus einen hohen Handlungsbedarf ausweisen. Die Regierung widerspricht sich somit selber und nimmt ihre Verantwortung bei der Verkehrssicherheit auf beschämende Art und Weise nicht wahr.

