Mangels Argumenten werfen die Gegner mit Schlagwörtern wie «Abschottung», «Fachkräftemangel» oder «Chaosinitiative» um sich. Es wird Angst geschürt. Reden wir also über die Fakten. Es geht bei dieser Abstimmung weder um eine Abschottung und schon gar nicht darum, dass niemand mehr in die Schweiz darf. Es geht darum, dass die Schweiz, wie jedes andere Land (und auch die EU als Staatengemeinschaft) auf dieser Welt, die Zuwanderung selbst regelt.
Die Schweizer Wirtschaft hat schon vor der Einführung der Personenfreizügigkeit (1. Juni 2002) Arbeitskräfte aus dem Ausland rekrutiert und die wirklich benötigten sogenannten Fachkräfte erhalten. Mit der Personenfreizügigkeit und auch mit den offenen Grenzen wurden aber die Schleusen geöffnet. Dies, obwohl der Bundesrat im Abstimmungstext zur Personenfreizügigkeit erwähnt hatte, dass mit lediglich 8000 bis 10’000 zusätzlichen EU-Zuwanderern zu rechnen sei.
In dieser Zeit hat die ständig wohnhafte Bevölkerung in der Schweiz um rund 1,7 Millionen Menschen zugenommen, und die Anzahl Ausländer stieg von rund 1,5 auf 2,5 Millionen. Und trotz dieser massiven Zuwanderung und Zunahme der Bevölkerung haben wir einen «Fachkräftemangel». Merken Sie es? Irgendetwas kann nicht stimmen! Zumal nebenbei die Arbeitslosigkeit der Nichtschweizer (8,2 Prozent) deutlich höher ist als die der Schweizer (3,6 Prozent). Die Zuwanderung ist zu einem Schneeballsystem geworden.
Das Wirtschaftsmodell Schweiz sollte nicht von einem Schneeballsystem abhängen, sondern von einer klugen Wirtschaftspolitik mit Innovation, Wettbewerb und guten Rahmenbedingungen. Ja, dazu braucht es auch gut ausgebildete Arbeitskräfte aus dem Ausland, aber dazu braucht es keine unkontrollierte und masslose Zuwanderung, wie wir sie heute haben und bei der wir komplett die Kontrolle verloren haben.
