Leserbrief

Ja zur Feuerwerksinitiative

Zur Abstimmung über die Feuerwerksinitiative vom 29. November

Die Feuerwerksinitiative verbietet das Feiern nicht. Sie stellt die Frage, ob laute Knallkörper weiterhin landesweit gekauft und von Privatpersonen praktisch überall gezündet werden dürfen – in Wohnquartieren, nahe bei Ställen, in Wäldern und in sensiblen Lebensräumen.

Die Auswirkungen sind für Tiere nicht kurz und lokal begrenzt. Feuerwerke lösen Stress, Panik und Flucht aus. Tiere können sich verletzen, Energiereserven verlieren oder ihre Jungen zurücklassen. Es ist widersprüchlich, gefährdete Vögel und Fledermäuse schützen zu wollen, aber private Knallerei in deren Aufzuchtphase zuzulassen.

Auch beim Littering gilt: Gegen weggeworfenen Abfall kämpfen wir mit Kampagnen und Bussen. Beim Feuerwerk entstehen jährlich Tausende Tonnen belastender Rückstände. Wer Littering ernst nimmt, kann beim Feuerwerksabfall nicht beide Augen zudrücken. Dass Kantone und Gemeinden bereits einschränken könnten, überzeugt nicht. Die Regelung ist ein Flickenteppich. Tiere kennen keine Gemeindegrenzen, und mit der Siedlungsdichte nehmen private Zündorte und -zeitpunkte zu. Es braucht eine nationale Grundlinie.

Tradition ist kein Freibrief für vermeidbares Leid. Zum 1. August gehören Höhenfeuer, Laternenumzüge, Musik und gemeinsame Feste. Das private Knallfeuerwerk ist kein ursprünglicher Bestandteil dieses Brauchtums, sondern ein modernes Spektakel. Ein Ja verbietet leise pyrotechnische Produkte nicht. Bengalische Feuer und Ähnliches bleiben erlaubt. Grössere Feuerwerke bedürfen künftig einer Bewilligung – für koordinierte Anlässe statt privater Knallerei.

Der vergangene Sommer hat gezeigt: Unkontrolliertes privates Feuerwerk ist mit unserer Zukunft nicht vereinbar. Wer Klimaanpassung ernst nimmt, muss auch das Brandrisiko reduzieren. Ich bitte Sie daher, der Initiative zuzustimmen.

Mehr aus dieser Gemeinde