Die Schweiz ist erfolgreich geworden, weil unsere Vorfahren den Mut hatten, den eigenen Weg zu gehen. In Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen und einer unsicheren, polarisierenden Welt brauchen wir den Spielraum, im Interesse der Schweiz unabhängig zu handeln. Die Neutralität ist der Weg dazu, und die Neutralitätsinitiative schafft dafür klare Leitplanken. Sie verhindert eine schleichende Annäherung an Militärbündnisse, die zunehmend unter Druck geraten, und stärkt somit unsere Unabhängigkeit.
Gleichzeitig bleiben wir verteidigungsfähig: Bei einem direkten Angriff oder bereits bei Vorbereitungshandlungen wäre die Zusammenarbeit mit einem Militärbündnis weiterhin möglich. Neutralität bedeutet weder Wegschauen noch Gleichgültigkeit. Die Schweiz soll Unrecht auf beiden Seiten klar benennen, humanitäre Hilfe leisten und diplomatisch und vermittelnd aktiv sein.
Die Initiative bewahrt die besondere Stärke, nicht Teil eines Machtblocks zu werden und mit allen Seiten im Gespräch bleiben zu können. Je stärker sich die Welt wieder in Blöcke aufteilt, desto wertvoller wird ein glaubwürdiger, neutraler Staat. Dafür braucht es Selbstvertrauen, Unabhängigkeit, aber auch den Mut zum eigenen Weg. Darum sage ich ja zur Neutralitätsinitiative.
