Leserbrief

Integration um jeden Preis?

Zum Artikel «Dieses SP-Anliegen überzeugt sogar die SVP» vom 18. September

Der Kantonsrat bewilligt weitere Millionen für die integrative Förderung und verkauft dies als Erfolg. Man könnte den Entscheid auch anders lesen: als Eingeständnis, dass ein System immer mehr Geld verschlingt, ohne seine grundlegenden Probleme zu lösen.

Besonders entlarvend ist die Begründung: Die zusätzlichen Ressourcen sollen verhindern, dass die Unterrichtsqualität der übrigen Klasse leidet. Das ist kein Erfolgsnachweis, sondern der Beweis, dass viele Klassen schon längst an ihre Belastungsgrenze geraten sind.

Lehrpersonen erleben die integrative Schule als erhebliche Mehrbelastung. Doch statt das System zu hinterfragen, lautet die politische Antwort einmal mehr: mehr Geld.

Natürlich brauchen Kinder mit besonderen Bedürfnissen Unterstützung. Doch Geld allein schafft keine Heilpädagoginnen. Und selbst wo es sie gibt, helfen sie oft nur für wenige Lektionen. Den Rest der Woche steht die Klassenlehrperson mit der Überlastung allein da.

Es ist Zeit für mehr Ehrlichkeit: Nicht jedes Kind blüht in der Regelklasse auf. Ein eigener Lernort mit passender Struktur hilft betroffenen Kindern oft mehr als noch eine Million und ein paar zusätzliche Alibi-Lektionen.

Mehr aus dieser Gemeinde