Der Bezirk möchte im Schulhaus Trachslau Wohnungen erstellen, weil einige Häuser in Einsiedeln neu gebaut werden und dann nicht mehr für Sozialhilfeempfänger und Asylsuchende zur Verfügung stehen.
Der Bezirk Einsiedeln verfügt selber über wenige Grundstücke, wo Wohnungen gebaut werden können, die auch eine günstige Miete haben. Für Schulhäuser und Alters- und Pflegeheime sowie Werkbetriebe sind fast alle Landflächen schon bebaut oder genutzt. Für zusätzliche Bauten müsste der Bezirk Land kaufen. Die Quadratmeterpreise sind in den letzten 15 Jahren auch in Einsiedeln stark gestiegen. Der Bericht im «Boten» erwähnt richtig, dass über den Rückweisungsantrag nicht abgestimmt werden konnte.
Die SVP hat in ihrem Antrag auch eine zentrale Lösung für die Unterbringung von Asylsuchenden gefordert. Gemeint ist im Dorfkern Einsiedeln eine Containersiedlung und nicht im Viertel Trachslau. Das ist ebenfalls mit Kosten verbunden. Der Bezirksrat bringt nun den Umbau des alten Schulhauses zur Urnenabstimmung. Die Vorteile für den Bezirk sind gut begründet.
Weiter wurde auch gefordert, dass mehr Druck auf Bundesbern ausgeübt wird und Asylsuchende gar nicht mehr auf Kantone und Gemeinden verteilt werden. Diese Forderung steht aber im Widerspruch zum föderalistischen System, wo jede Verwaltungseinheit jene Aufgaben übernimmt, die sie noch genügend gut bewältigen kann. Der Bund selbst verfügt nicht über genügend eigene Grundstücke und Personal, um grosse Asylzentren einzurichten. Die meisten Flächen sind bereits für andere Zwecke genutzt.
Nach meiner Meinung würde das Problem der Betreuung und der Sicherheit eher noch verschärft bei einer grossen Lösung. Auch dann gäbe es wieder Diskussionen um die geeigneten Standorte. Um Flüchtlingsströme einzudämmen, müssten die Hilfe vor Ort und die wirtschaftliche Entwicklung in den Herkunftsregionen eher ausgebaut und verstärkt werden. Auch wenn dies sehr mühsam ist und der Umgang schwierig mit autoritären Regierungen, welche die eigene Bevölkerung vernachlässigen.

