Frau Schwiters Vorschlag, den Lehrermangel im Kanton Schwyz mit Zürcher Löhnen zu lösen, ist kurzsichtig und unkreativ. Es ist unbestreitbar, dass uns Lehrpersonen fehlen, doch eine reine Lohnanpassung verkennt die Realität.
Zürich hat andere Herausforderungen: Woke-Themen, massive Integrationsarbeit und internationale Ausrichtung prägen den Schulalltag. Hinzu kommen die deutlich höheren Lebenshaltungskosten. Eine blinde Lohnübernahme ist realitätsfern und ignoriert Schwyzer Eigenheiten.
Die Gleichung «mehr Geld gleich automatisch bessere Ausbildung» ist eine gefährliche Illusion. Erinnern wir uns an die Boni-Banker: Höhere Löhne lockten nicht die besten Fachkräfte, sondern die gierigsten. Zweimal mussten wir Banken retten, weil diese Mentalität in den Abgrund führte. Wir bekamen nicht die besten Banker, sondern die skrupellosesten.
Wenn Geld die Hauptmotivation in einem ohnehin nicht schlecht bezahlten Beruf ist oder die Politik Probleme mit Geld überdecken will, ist das nicht nachhaltig. Der ideelle Lehrer, der sich für die individuelle Schülerentwicklung und das Schwyzer Umfeld begeistert, würde auch heute schon bei uns unterrichten – gerade weil er hier mehr bewirken kann als in Zürichs diversem städtischem Umfeld mit anderen Herausforderungen, trotz 19’000 Franken weniger.
Echte Lösungen liegen in weniger Administration und mehr Quereinsteigern, die wertvolle Impulse ins verkrustete Bildungsbiotop bringen. Denn gute Lehrer kommen wegen der Berufung, nicht einzig und allein wegen des Lohns. Nachhaltigkeit liegt in besseren Arbeitsbedingungen, Wertschätzung und alternativen Karrierewegen, nicht nur im Gehalt. Nur so sichern wir unseren Kindern engagierte und motivierte Lehrpersonen, die sie optimal auf ihre Zukunft vorbereiten.
