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Eingesandt:  Leserbrief

Friedenstaube, flieg!

Zum Leserbrief von Jakob Schuler und zum Frieden

Wir Schweizer sind neutral, wir spielen nicht Gut und Böse. Wir haben gelernt: «Misch dich nie in fremde Händel.» Es ist falsch, Personen in die Diskussion einzubringen. Argumente wirken, ob sie von einem Doktor, Unternehmer oder Schüler eingebracht werden. Wir müssen gut zuhören, um dem Frieden näher zu kommen.

Wir Schweizer haben es wegen der Sanktionen vergeigt, einen Beitrag für Frieden leisten zu können. Dürfen wir die Bevölkerung der Ukraine als mutig bezeichnen? Die Regierungen der USA, der Ukraine und von Russland sind verantwortlich für den Krieg. Die Bevölkerung stirbt seit zwei Jahren und realisiert dies langsam, auf beiden Seiten.

Ich kehre den Satz von Jakob Schuler um: «Unbedingt weitere Opfer in Kauf nehmen und nicht kapitulieren» betont seine Aussage klarer. Ich bezweifle, dass Jakob Schuler bereit wäre, seine Familienmitglieder an die Front zu schicken. Das macht solche Aussagen fragwürdig. Ein Waffenstillstand und Friedensverhandlungen dürfen nicht mit einer Kapitulation verwechselt werden. Verhandeln ist immer besser als töten. Das lehrt uns auch die Militärgeschichte in Sachen Erster Weltkrieg.

Als ehemaliger Generalstabsoffizier nur so viel: Es sind die Politiker und Reichen, welche Macht, Rohstoffe und Geld als Kriegsgrund oder Ziel sehen. Die Militärs und die Bürger müssen dann ihr Leben opfern. Dieser Stellvertreterkrieg der USA wurde in den letzten zwanzig Jahren erschaffen. Die Fakten können als Vorgeschichte nachgelesen werden. Die EU und die Nato haben ihren Teil beigetragen. Der Info-Krieg wurde fast nicht bemerkt. Das Buch «Kognitive Kriegsführung» von Jonas Tögel erklärt alles. Unsere Gehirne wurden längst erobert.

Ich zähle mich zu den Friedenstauben und beurteile es wie Hugo Triner: Waffenstillstand und das Töten stoppen hat Priorität.

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