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Eingesandt:  Leserbrief

Freude über den Mut, sich zu äussern

Zu Ständerat Peter Hegglin und der Ukraine

Wenn ich die Hexenjagd gegen Mitte-Ständerat Peter Hegglin zur Kenntnis nehme, muss ich nur den Kopf schütteln. Er hat mit keinem Wort Russlands Angriff relativiert oder verteidigt. Er hat nur die berechtigte Frage gestellt, ob die Nato oder die Ukraine nicht eine Mitschuld tragen.

Ich will mich jetzt nicht ausführlich über die Nato äussern, die ich als einen Kriegstreiber betrachte, der seit Jahrzehnten gegen jegliches Völkerrecht verstösst und den USA hilft, ihre Wirtschaftskriege zu führen. Was mich beunruhigt, ist, dass man heute offensichtlich nicht mehr eine Meinung vertreten darf, welche übrigens von namhaften Experten der Aussenpolitik mitvertreten wird, ohne an den Pranger gestellt zu werden. Statt sich mit seinen Voten argumentativ auseinanderzusetzen, wird er mit Keulen wie «russlandfreundlich» eingedeckt.

Es würde mich freuen, wenn einige Kritiker mal recherchieren würden, was vor einigen Jahren über das System in der Ukraine und das Verhalten gegen die russische Minderheit geschrieben wurde. Vielleicht würden sie etwas vorsichtiger. Damals schrieben sie genau das, was man heute nicht mehr sagen darf, seitdem Kritik so verpönt ist.

Ich habe mich während der Zeit der unsäglichen Corona-Politik über das damalige Schweigen von Peter Hegglin geärgert. Umso erfreuter bin ich, dass er jetzt den Mut hat zu opponieren. Heute würde ich ihn wiederwählen.

Vor zwölf Jahren erlebte Günter Grass mit seinem Gedicht «Was gesagt werden muss» Ähnliches. Heute würde er wohl für dieses Gedicht verhaftet. Wir sollten wieder lernen, zu argumentieren und kritisch sein zu dürfen, auch wenn eine Meinung nicht allen passt. Wir brauchen Politiker mit eigener, unabhängiger Meinung. Russlandfreundlichkeit per se an den Pranger zu stellen, ist purer Rassismus.