Zeitenwende. Zäsur. Beim Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine wurden zu Recht die grossen Worte ausgepackt. Die kolonialen Ambitionen Amerikas unter der Maga-Doktrin gehören ebenfalls in diese Grössenordnung. Und dann wäre da auch noch die Klimakrise – in Anbetracht der Komplexität wohl die Mutter aller Krisen. Wenn alles kompliziert wird, braucht der Mensch etwas Einfaches. So funktioniert Populismus.
Doch es gibt auch andere einfache Lösungen: zum Beispiel Floskeln – die Populistin unter den Redewendungen. Aktuell passend: die Krise als Chance. Klingt abgedroschen, das gebe ich zu. Doch sehen wir aufgrund der vielen Krisen tatsächlich auch gute Entwicklungen. So scheint Europa hinsichtlich der geopolitischen Spannungen näher zusammenzurücken. Oder Länder finden in Anbetracht der Klimakrise kreative Lösungen. In Paris kann in der Seine nach über 100 Jahren wieder gebadet werden, China verzeichnete 2025 erstmals einen CO₂-Rückgang, und in der EU übertrafen letztes Jahr Wind- und Wasserenergie die fossilen Energieträger.
Es gibt sie also, die Lösungen, um Krisen als Chancen zu nutzen. Und gleichzeitig gibt es noch so viel Potenzial für neue Innovationen im Kampf gegen die Klimakrise. Wir können dieses Potenzial nutzen. Mit der Klimafondsinitiative wird Geld für Innovationen und Investitionen in eine nachhaltige Zukunft zur Verfügung gestellt. Diese lohnen sich gleich in mehrfacher Hinsicht, macht sich die Schweiz mit erneuerbaren Energien doch auch unabhängiger vom Ausland und den Auswirkungen geopolitischer Spannungen. Zudem fördert sie die Schweizer Wirtschaft. Die Krise als Chance. Wir haben die Möglichkeit, aus dieser Aussage mehr als nur eine Floskel zu machen. Die Krise ist da – nun sollten wir die Chance packen: Stimmen wir am 8. März Ja zur Klimafondsinitiative.

