Ehepaare sollen selbst entscheiden, wer wie viel arbeitet, die Kinder betreut oder Angehörige pflegt. Das Steuerrecht muss diese Wahl respektieren. Die Individualbesteuerung kann jedoch gerade jene Ehepaare stärker belasten, bei denen eine Person zugunsten der Familie ihr Arbeitspensum reduziert.
Das zeigt sich beim Kinderabzug: Hat ein Elternteil kein steuerbares Einkommen, bleibt dessen Hälfte des Abzugs ungenutzt. Die Kosten für die Kinder trägt die Familie trotzdem vollständig. Auch Rentnerpaare mit unterschiedlich hohen Einkommen können stärker belastet werden, obwohl ihre Einkommensverteilung oft das Ergebnis jahrzehntelanger gemeinsamer Aufgabenteilung ist. Hinzu kommt mehr Bürokratie durch zwei getrennte Steuererklärungen.
Die Fairness-Initiative bietet eine überzeugende Lösung: Eine Heirat darf keinen steuerlichen Nachteil verursachen. Ehepaare bleiben gemeinsam besteuert und reichen weiterhin eine gemeinsame Steuererklärung ein. Deshalb sage ich Ja zur Fairness-Initiative. Wer füreinander Verantwortung übernimmt, soll steuerlich fair behandelt werden.
