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Eingesandt:  Leserbrief

Falsch ausgedrückt

Zum Artikel «Noch ein Fehltritt, und der neue Vikar muss gehen»

Ein junger Vikar hat sich, in seinem Eifer für die Glaubensverkündigung, ein wenig ungeschickt ausgedrückt, möglicherweise mit einem Hauch von Klerikalismus. Das stösst auf Widerstand.

«Noch ein Fehltritt, und der Vikar muss gehen.» Warum eigentlich? Weil er seinen missionarischen Auftrag ernst nimmt und sich an die Lehre der Kirche hält? Das wäre wohl kaum ein Grund, ihn zu bestrafen. Was die kirchliche Lehre betrifft, so wird diese heutzutage kaum noch wahrgenommen. Man hat seine eigene Vorstellung von Kirche und fordert von ihr Kompromissbereitschaft und Anpassung an den Zeitgeist.

Das gab es schon früher. Der Apostel Paulus schrieb in einem Brief an seinen Mitarbeiter Timotheus: «Verkünde das Wort, ob gelegen oder ungelegen. Es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln. Man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden. (2. Tim. 4.2–5).

Die Worte des Völkerapostels haben auch in unserer Zeit ihre Berechtigung. Sie gelten für alle im kirchlichen Dienst. «Noch ein Fehltritt, und der neue Vikar muss gehen.» Das ist eine unglückliche Aussage. Kleriker und Ordensleute sind nicht einfach Angestellte. Sie sind, aufgrund ihrer Weihe, dem Sendeauftrag der Kirche verpflichtet. Tragen wir Sorge zu unseren Priestern. Die wenigen, die wir noch haben, brauchen unsere Unterstützung.

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