Leserbrief

Enttäuschte Ingenbohler Bäuerinnen

Zum Tag der Pausenmilch

Unsere Ortsvertreterin Irene Auf der Maur informierte uns Bäuerinnen, dass die Gemeindeschule Ingenbohl nach 18 Jahren auf den Tag der Pausenmilch verzichten will.

Viele strahlende Kinderaugen und positive Rückmeldungen seitens der Lehrer wie auch Eltern bestätigten uns, den rund 600 Kindern die Möglichkeit zu geben, ein gesundes Znüni zu bekommen. Zudem war uns dieser Anlass wichtig, um einen möglichen Anknüpfpunkt mit den Kindern zu haben, entfernt sich doch die Bevölkerung immer mehr gegenüber der Landwirtschaft.

Viele Kinder und Erwachsene sind sich nicht mehr bewusst, woher unsere Nahrungsmittel kommen. Woher kommen die Milch, das Gemüse, die Kartoffeln, das Fleisch, die Eier und das Getreide fürs Brot?

Wir sind enttäuscht, dass die Schulleitung keinen Austausch mit uns suchte. Gerne hätten wir die Gründe erfahren, die zum Absetzen der Pausenmilch führten. Viele von uns angefragte Lehrpersonen und Abwarte waren genauso überrascht wie wir.

Als wir dann doch noch einen Termin mit der Schulleiterin bekamen, erfuhren wir, dass es für die Lehrer zu aufwendig sei, die Pausenaufsicht zu machen. Einige Kinder würden zu viel Milch «hamstern», und es sei ihnen nach der Pause nicht mehr wohl. Alles Gründe, denen man mit kleinen Anpassungen hätte entgegenwirken können.

Positiv gestimmt hat uns dann doch noch, dass wir der Schulleiterin von «SchuB» (Schule auf dem Bauernhof) erzählen konnten. Seit Jahren besteht die Möglichkeit, Unterrichtssequenzen auf einen Bauernhof zu verschieben und so nachhaltig Landwirtschaft zu erleben, den Ursprung unserer Nahrung zu erforschen und Zusammenhänge in der Landwirtschaft zu erfahren.

Die Stalltüren der Ingenbohler Bauernfamilien sind offen, wir freuen uns auf viele Schüler mit ihren Lehrern.