Leserbrief

Einige Gedanken zum Kulturland

Zur Abstimmung über das Geschäft «Erwerb des Grundstücks Nr. 1601 Ingenbohl zum Zweck des Realersatzes für Wasserbauprojekte» im Bezirk Schwyz vom 14. Juni

Der Druck auf unser Kulturland ist enorm gross, und zwar von vielen Seiten. Ob für Wohn- und Gewerbebauten, Bedürfnisse der Öffentlichkeit wie neue Strassen, Schul- und Sportanlagen, Altersheime etc.: Projekte, die meistens ihre Berechtigung haben. Aber auch für sogenannte «ökologische» Massnahmen wie überdimensionale Gewässerräume, Revitalisierungen, Renaturierungen und so weiter wird und soll in Zukunft noch viel mehr Kulturland verbraucht werden.

Was ist denn eigentlich Kulturland? Einfach gesagt: Kulturland sind Flächen, auf denen Lebensmittel produziert werden. Ob Acker, Wiesen oder Weiden, alles wird immer weniger in unserer eng gewordenen Schweiz. Und demgegenüber steht eine wachsende Bevölkerung. Der Selbstversorgungsgrad zeigt an, wie viele Lebensmittel wir noch selber produzieren können. Der Netto-Selbstversorgungsgrad liegt bei etwa 45 Prozent. Tendenz nicht nur sinkend, sondern im freien Fall. Es ist höchste Zeit für eine Kehrtwende, weg von grünen Ideologien, hin zu einer Landwirtschaft, die das machen darf, wozu sie da ist: Lebensmittel in hervorragender Qualität produzieren. Aber ohne Kulturland geht das nicht.

An all jene, welche sich hier bei uns nur Ökoflächen und Wildnis wünschen: Alles, was nicht hier wächst, muss importiert werden. Ob in Zeiten weltweit wachsender Spannungen und Kämpfe um Rohstoffe auch in Zukunft immer alles für uns so verfügbar bleibt, sollte überdacht werden. Im Übrigen sehe ich es als sehr asozial an, mit unserer Kaufkraft weltweit Lebensmittel zu kaufen, die dort von den Einheimischen benötigt würden.

Ich möchte alle dazu auffordern, sich selbst Gedanken darüber zu machen, wie lange wir uns diesen verschwenderischen Umgang mit unserem Kulturland noch leisten können.

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