Der Regierungsrat empfiehlt, das Postulat zur Einführung eines Früherkennungsprogramms für Brustkrebs für nicht erheblich zu erklären. Das ist ernüchternd.
Dass aufgrund der überzeugenden Argumente in vielen Kantonen bereits entsprechende Programme bestehen, lässt den Regierungsrat unbeirrt – obwohl mehr als genug Geld vorhanden wäre. Davon kann im ärmsten Kanton der Schweiz, dem Kanton Jura, nicht die Rede sein. Trotzdem besteht dort schon seit Jahren im Gegensatz zu unserem Kanton sowohl ein Darmkrebs- als auch ein Brustkrebsvorsorgeprogramm.
Seit fast acht Jahren arbeite ich Teilzeit als Hausarzt auch im Kanton Jura. Das Argument der Regierung, dass im Kanton Schwyz bei den Frauen «das Wissen um die Vorsorgemöglichkeit ausreichend vorhanden» sei, ist eine Behauptung, die ohne Beweis einfach in den Raum gestellt wird und die ich aus persönlicher Erfahrung infrage stelle. Wie der Kanton Jura hat der Kanton Schwyz sehr ländlich geprägte Gegenden, deren Bevölkerung sparsam mit dem «Konsum» medizinischer Dienstleistungen umgeht. Dies finde ich als Einstellung sehr positiv, werden doch viele unnötige Behandlungen und Kosten dadurch vermieden. Allerdings gibt es dabei Situationen, in denen es besser gewesen wäre, wenn ärztlicher Rat früher gesucht worden wäre.
Im Schlusssatz der Regierung steht: «Die Einführung eines kantonalen Krebsvorsorgeprogramms wäre mit namhaften Kosten verbunden, dies bei nur geringfügigem Zusatznutzen.» Wie zynisch mag es für eine Frau tönen, dass ihre schlechtere Prognose durch eine verpasste Früherkennung nur ein «geringfügiger Zusatznutzen» gewesen wäre. Ich jedenfalls möchte das nicht verantworten müssen und hoffe, dass der Kantonsrat bei der nächsten Sitzung den fehlenden politischen Willen des Regierungsrates in dieser so wichtigen Angelegenheit korrigieren wird.

