Bei der SRG-Initiative beziehungsweise der Halbierungsinitiative wird vor allem über Geld gesprochen. Doch diese Abstimmung entscheidet über weit mehr als über Franken und Rappen. Sie entscheidet darüber, wie sichtbar unsere Gesellschaft bleibt – und wessen Stimmen gehört werden.
Für Menschen mit Hörbehinderung ist die SRG unverzichtbar. Zwar bieten auch einzelne private Sender Untertitel an, doch nur punktuell, oft zeitversetzt und meist dort, wo es sich wirtschaftlich lohnt. Die SRG hingegen stellt Untertitel und Gebärdensprache konsequent bereit – auch live, auch bei politischen Debatten, Abstimmungen, Kultursendungen und grossen gesellschaftlichen Ereignissen.
Werden die Mittel der SRG halbiert, geraten genau diese Leistungen unter Druck. Das ist keine abstrakte Sparübung, sondern bedeutet für viele Menschen den Ausschluss von Kultur, Information und demokratischer Teilhabe.
Gerade die Kultur wäre eine der ersten Leidtragenden. Schweizer Filme, Musik, Theater und Literatur sowie regionale Kulturszenen erhalten bei der SRG eine Bühne, die private Medien in diesem Umfang nicht bieten können oder wollen. Kultur, die nicht sichtbar ist, verschwindet. Und mit ihr Geschichten, Identität und Zusammenhalt – besonders in einem mehrsprachigen Land wie der Schweiz.
Die SRG steht bereits heute unter massivem Spardruck. Weitere Kürzungen würden aus Vielfalt ein Rumpfprogramm machen. Wer am 8. März Ja stimmt, spart vielleicht ein paar Franken – verliert aber Zugang, Kultur und Zusammenhalt. Darum: Nein zur Halbierungsinitiative.

