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Leserbrief

Eine schlechte Staffel

Zur Abstimmung über die Individualbesteuerung vom 8. März

Die Individualbesteuerung klingt, als hätte jemand die Steuererklärung mit einer Staffel von «Game of Thrones» verwechselt: ein riesiges Chaos, das nur dazu führt, dass verheiratete Paare ohne Zweiteinkommen oder mit stark unterschiedlichen Einkommen verlieren und gut verdienende Doppelverdienerpaare profitieren.

Bereits jetzt sehen sich Familien aus dem Mittelstand grossen finanziellen Herausforderungen (Wohnungsmiete, Krankenkasse, Steuern et cetera) gegenübergestellt. Diese Familien werden durch die Einführung der Individualbesteuerung noch stärker belastet.

Weiter gibt es in der Schweiz viele Menschen, die sogenannte Care-Arbeit, das heisst unbezahlte Pflege und Unterstützung von Angehörigen, leisten. Diese Personen verzichten oft zwangsläufig auf ein Erwerbseinkommen. Leben solche Personen nun in einer Ehe, was oft der Fall ist, würden sie durch die Reform bestraft, da sie keinen Lohnausweis vorweisen können, obwohl sie einen unbezahlbaren Beitrag in unserer Gesellschaft leisten. Das ist eine Verkennung der Lebensrealität vieler Familien.

21 von 26 Kantonen sprechen sich gegen die Reform aus. Natürlich fürchten sie den zusätzlichen Aufwand, welcher begründet ist, da ja nur schon im Kanton Schwyz zirka 35’000 zusätzliche Steuererklärungen von der Verwaltung bearbeitet werden müssten. Dass diese Gegebenheit Mehrkosten für den Steuerzahler bedeutet, ist offensichtlich. Für mich sind diese Gründe relevant genug, um am 8. März Nein zu stimmen.

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