Welchen Vorteil bringt die neue Nutzungsplanung einer Mieterin oder einem Mieter im Bezirk Küssnacht? Ein Blick auf Onlineplattformen zeigt: Der Markt schafft kaum noch bezahlbare Wohnungen. Der liberale Ansatz des Bezirksrates ist somit gescheitert. 60 Prozent der Bevölkerung im Bezirk sind Mieterinnen und Mieter. Für sie ist die Suche nach einer bezahlbaren Wohnung nach einer Kündigung äusserst schwierig.
Auch Sie, geschätzte Leserin, geschätzter Leser: Sind Sie sicher, dass Ihre Wohnung morgen noch bezahlbar ist? Die Folge der Gesamtrevision ist eine Verschärfung der bekannten Formel: Leerkündigung plus Kernsanierung plus Aufstockung gleich unbezahlbare Neumieten. Warum verschenkt der Bezirksrat zusätzliche Ausnützung im Zentrum, ohne im Gegenzug bezahlbaren Wohnraum für die gesamte Bevölkerung zu verlangen? Ein Blick nach Baar zeigt, dass es anders geht: Dort werden Ausnützungsboni gezielt an die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum geknüpft. Und dies ohne Beeinträchtigung der Qualität der Quartiere. Ihre FDP-Gemeinderätin Sonja Zeberg-Langenegger lässt sich wie folgt zitieren: «Mit der Förderung von preisgünstigem Wohnraum sorgen wir für soziale Durchmischung und tragen zum Gemeinde- und Vereinsleben bei.» Sogar der bürgerliche Schwyzer Regierungsrat bezeichnet diese Massnahme als wirksam. Die Chance, mehr bezahlbaren Wohnraum zu erhalten, wurde im Rahmen unserer Nutzungsplanung leider nicht genutzt. Dies, obwohl derselbe Raumplaner, Michael Camenzind, auch Baar beraten hat. Wie ist das zu verstehen? Könnte es sein, dass der Bezirksrat dem Raumplaner keine Möglichkeiten liess, konkrete Massnahmen im Bereich preisgünstigen Wohnraums umzusetzen? Unsere Empfehlung: Nein zur Vorlage – und eine Überarbeitung im Interesse der gesamten Bevölkerung.

