In Steinen, direkt am idyllischen Lauerzersee, befindet sich der Camping Buchenhof. Ein Ort, der über viele Jahre hinweg mit seinen vier Sternen überzeugen konnte. Für Jung und Alt ist er ein beliebter Treffpunkt, und Jahr für Jahr freuen sich sowohl Dauermieter als auch Durchreisende auf den 1. April, wenn der Camping seine Tore wieder öffnet. Der Camping ist weit über die Region hinaus bekannt und bringt jede Saison zahlreiche Gäste nach Steinen. Davon profitieren auch das lokale Gewerbe, Dorfladen, Bäckereien, Restaurants und Cafés im Stauffacherdorf.
Und nun soll dem plötzlich ein Ende gesetzt werden. Begründet wird dies damit, dass Wohnwagen, Anbauten und Zelte die Moorlandschaft beeinträchtigen würden. Als betroffene Person fällt es mir schwer, diese Argumentation nachzuvollziehen. Eine Reduktion auf 100 statt 200 Dauercamper sowie maximal 30 Durchgangsplätze und zusätzlich ein vollständiges Abräumen während der Wintermonate. Wem bringt das etwas? Genau hier stellt sich die Frage: Wird damit die Natur wirklich geschützt? Wenn jedes Jahr im Herbst alles entfernt und im Frühling wieder aufgebaut werden muss, verursacht das nicht viel mehr zusätzlichen Eingriff in die Natur?
Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass sich unter Wohnwagen auch Kleintiere ihren Lebensraum schaffen – im Winter wie im Sommer. Diese gehören ebenso zu diesem Ort wie die Menschen, die ihn schätzen und respektvoll nutzen. Gleichzeitig befindet sich die Moorlandschaft zwischen Bootshafen, Autobahn, Hauptstrasse und Bahnlinie. Verkehr und Infrastruktur sind also allgegenwärtig, doch ausgerechnet die sanfte Nutzung durch Camper soll das Problem darstellen? Es stellt sich die berechtigte Frage, in welchem Verhältnis hier Schutz und Realität stehen.

