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Leserbrief

Ein Loblied auf das Unperfekte

Zu den Bilateralen III

In einer Welt, in der alles perfekt ist, wären die Wege völlig eben. Das wäre deshalb schade, weil es dann keine Pfützen gäbe. Diese schelmischen Dinger, die vor allem Kinder erfreuen, woran aber auch Erwachsene Freude haben. Pfützen sind die wohl kleinsten Binnengewässer, und die müssen erforscht werden.

Wie komme ich auf eine so belanglose Einleitung? Wir begehen in unserer Gesellschaft genau den falschen Weg: Alles muss perfekt sein und zu keiner Diskussion Anlass geben. Der Anschlag auf «Charlie Hebdo» schockierte vor rund elf Jahren die Welt. Millionen Menschen und Staatschefs demonstrierten für die Meinungsfreiheit. Heute zeigt sich eine andere Realität. Wir haben uns den Attentätern massiv angenähert und hassen Andersdenkende. Wir wollen eine ebene Gesellschaft, scheuen das Risiko.

Wohin das führt, zeigt die EU-Diktatur. Mit ihrer Bürokratie zerstört sie alles, nivelliert alles, und besonders das Gewerbe würde zugrunde gehen, würden wir den Bilateralen III zustimmen. Im Zusammenhang mit der EU wird oft Churchills Zürcher Rede vor Studierenden von 1946 zitiert: Ich würde allen empfehlen, diese Rede im Original zu lesen. Er sprach nicht von einem vereinten Europa, sondern von einem Europa souveräner Staaten, die zusammenarbeiten. Die heutige EU würde dieser grossartige Demokrat verachten. Die EU ist weder demokratisch noch liberal. Sie ist ein Nichts. Als Freisinniger käme es mir nie in den Sinn, dieses Konstrukt zu loben. Die EU vernichtet alle meine politischen Werte.