Am vergangenen Sonntag durften die linken Parteien dieses Landes, von der SP bis zur FDP, einen grossen Abstimmungserfolg feiern. Das ist zu respektieren, und ich gratuliere ehrlich. Die Nachhaltigkeitsinitiative hat eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer nicht überzeugt.
Trotzdem möchte ich hier einen Hinweis an die Leserinnen und Leser des «Boten» aussprechen, besonders an jene, die sich (sehr verständlicherweise) nicht jeden Abend mit der Berner Bundespolitik herumschlagen und vielleicht auch noch ein Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative eingelegt haben: In den kommenden Wochen werden Sie zahlreiche süffisante, leicht hochnäsige Stimmen aus Verbänden und Politik vernehmen, hauptsächlich aus FDP und Mitte. Betont kollegial werden diese Vertreter der Classe politique erklären, die 45 Prozent Zustimmung seien «ein Zeichen», das man «selbstverständlich ernst nehme», und nun werde «gehandelt».
Eines kann ich Ihnen versichern: Es wird sich rein gar nichts verändern. Nicht beim Bevölkerungswachstum, nicht bei der Asylkriminalität, nicht beim Dichtestress. Kein Komma wird sich verschieben. Im Gegenteil: Die erwähnten linken Parteien dürfen vergnügt weitermachen, ihre destruktive Politik auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung betreiben und sich dabei ein komfortables Honorar in Bern einstecken. Abgesegnet von einer Mehrheit der Schweizer – wohlgemerkt nicht der Schwyzer – Bevölkerung.
Wie die Schweiz aussieht, die sich diese Kreise erträumen, male ich mir lieber nicht zu genau aus. Aber so ist Demokratie: Die Mehrheit hat immer recht. Ich wünsche uns allen von Herzen, dass das auch diesmal stimmt.
