Am 14. Juni stimmen wir über die Kaufkraftinitiative ab. Diese unterstütze ich nicht nur als Sozialdemokrat, sondern gerade auch als Gwärbler. Der Kanton Schwyz hat ein Eigenkapital von knapp einer Milliarde Franken. Es ist politisch unumstritten, dass dieses abgebaut werden muss. Die Frage ist nun, wie. Und wem das zugutekommen soll.
Während das bürgerliche Parlament keine anderen Ideen hat, als weitere Steuersenkungen zu beschliessen, die vor allem denen zugutekommen, die eh schon mehr haben, als sie brauchen, will die Initiative die Allgemeinheit entlasten. Das ist nicht nur sozialpolitisch richtig, sondern auch kluge Gewerbepolitik. Denn wenn diejenigen, die bereits mehr haben als sie benötigen, nochmals «entlastet» würden, würden diese nicht öfters lokal einkaufen, ins Restaurant gehen oder einer lokalen Unternehmerin einen Auftrag geben. Für all das hätten sie bereits jetzt genug.
Wenn wir jedoch gezielt die unteren und mittleren Einkommensschichten entlasten, wird das lokale Gewerbe dies spüren. Wer weniger finanzielle Sorgen hat, kauft sich eher die Kleidung im örtlichen Geschäft, gönnt sich die Pralinen des Confiseurs, unterstützt die lokale Weinhandlung.
Das behaupte nicht nur ich. So zeigt eine repräsentative Umfrage von Demoscope, dass über die Hälfte der Bevölkerung einen Rückgang der eigenen Kaufkraft wahrnimmt, und angibt, deshalb auf Dinge wie Restaurantbesuche, Kleidung oder kulturelle Veranstaltungen zu verzichten.
Während gut situierte Menschen das Geld ausserkantonal investieren oder ausgeben, dürfen wir davon ausgehen, dass das Geld der arbeitenden Bevölkerung im Kanton Schwyz bleibt und somit wieder uns allen zugutekommt. Es wird Zeit, dass der Kanton Schwyz seinen Reichtum der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Daher sage ich Ja zur Kaufkraftinitiative.
