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Eingesandt:  Leserbrief

Die «Veloständer-Diskussion»

Zum Artikel «Nach der ‹chibigen› Sitzung scheint der Ärger im Kantonsrat fast verflogen»

Da «lacht» mir doch am Montagmorgen dieser Artikel entgegen und führt dazu, dass mir mein Zmorge-Kaffee nicht so richtig schmecken will. Wieso: Vor vielen Jahren durfte ich im Rahmen einer VR-Sitzung einen Satz aufschnappen, der sich mir tief ins Gedächtnis eingeprägt hat: «Wo wenig Sachverstand vorherrscht, wird mangelnde Weitsicht über Themen kompensiert, bei denen jeder mitreden kann, auf welchem Niveau auch immer – die sogenannten Veloständer-Diskussionen.»

Die Frage sei mir erlaubt (nicht nur in den kleinsten politischen Zellen, sondern auch auf gesamtschweizerischer Ebene), wie durchschlagend, weitsichtig und zukunftsgerichtet «Ideen» sind, die an so wichtige – sorry – egogetriebene Aspekte, wie im vorliegendem Falle die Sitzplatzordnung einer Legislative, gebunden sind?

Wie hat doch schon Victor Hugo treffend gesagt: «Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.» Möge die Zeit kommen, wo die Einsicht bei allen Leuten an den Schalthebeln überhandnimmt, dass solche Diskussionen über Kleinigkeiten nur eines bewirken, nämlich den Blick fürs grosse Ganze zu trüben. Eine Trübung, die zur Folge hat, dass wertvolle Ressourcen und Zeit, die für die wirkliche Lösungssuche nötig wären, nutzlos verstreichen.

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