Mehr Wachstum bringe mehr Wohlstand, sagen Economiesuisse und FDP. Die Zahlen zur Inlandsproduktion bei Nahrungsmitteln sagen etwas anderes. Sie sank von 62 Prozent auf unter 50 Prozent. Das ist keine Naturgewalt. Hier im inneren Teil des Kantons Schwyz sehe ich die Folgen des ungebremsten Wachstums. Jeder Tag bringt neue Bauprojekte, die unsere Landschaft und unsere Infrastruktur belasten. Die Fakten sprechen eine klare Sprache: ein Quadratmeter pro Sekunde Kulturlandverlust, das sind 3153 Hektaren pro Jahr.
Im Mittelland ist die Verlustrate doppelt so hoch wie im nationalen Durchschnitt. Die Schweiz erreicht nationale und internationale Biodiversitätsziele nicht. Hauptursache: Lebensraumverlust durch Siedlung und Verkehr. Die EU-Bevölkerung erreicht 2026 ihren Höhepunkt und schrumpft danach, die Schweiz wächst weiter. Jeder zusätzliche Mensch braucht versiegelte Fläche, Wohnraum, Spitalbett, Schulplatz, Strom — und damit wieder Personal.
Wer glaubt, eine Industrienation mit flatterhaftem Sonnenstrom durch den Winter zu bringen, betreibt physikalische Realitätsverweigerung. Die Energiebezugsfläche der Schweizer Haushalte wuchs von 2000 bis 2024 um 32 Prozent. Das ist nicht Nachhaltigkeit, das ist Raubbau an unserer Umwelt. Die Selbstversorgung schrumpft mit jedem zusätzlichen Esser.
Die Frage drängt sich auf: Wessen Interessen verteidigt der Konzerndachverband mit Millionen gegen die Nachhaltigkeitsinitiative? Am 14. Juni entscheidet das Stimmvolk, ob es weiterhin den Wohlstand der Konzernlobby finanziert — oder den eigenen schützt. Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative, damit die Schweiz nicht erstickt.
