Leserbrief

Die rote Linie

Zum Artikel «So rüsten sich die Parteien fürs Wahljahr» vom 14. Oktober.

Es ist der 28. September 2024 und Rechtsextreme laufen durch Schwyz. Es ist die Junge Tat, geduldet von Organisator Josef Ender. Und mittendrin ist auch Ständerat Pirmin Schwander, welcher in seiner Rede die Junge Tat erwähnt, aber ihr den Extremismus abspricht («Ich sehe nur Menschen.»). Trotz mehrmaliger öffentlicher Aufforderung hat sich Schwander nachträglich nie von der Jungen Tat distanziert. Daraus lässt sich schlussfolgern: Schwander toleriert Rechtsextremismus.

Diesen Mann will die SVP erneut in den Wahlkampf schicken. Damit sagt sie aus, dass er ihre Werte verkörpert, und obengenannte Schlussfolgerung darf somit auf die gesamte Partei ausgeweitet werden. Auch mit dem Organisator, welcher die Extremisten nicht wegschicken wollte und sich auch nie von ihnen distanziert hat, erwägt sie eine Listenverbindung. Der Verdacht weitet sich aus: Unterstützt die SVP Rechtsextremismus?

Ich bin kein Fan der SVP, das gebe ich ungeniert zu. Ich stelle deren Relevanz im Politsystem aber auch nicht in Frage. Allerdings reden wir hier von offener Toleranz gegenüber rechtsextremen und antidemokratischen Kräften, das muss doch die rote Linie sein. Sind wir wirklich der Kanton, welcher Sympathisanten von Rechtsextremen zur Wahl stellt?

Die Nominationsversammlung der SVP ist nächsten Monat. Mal schauen, was für die Partei wichtiger ist: Macht oder Demokratie?