Die Debatte um die Nachhaltigkeitsinitiative wird von Gegnern zum Teil mit fragwürdigen Behauptungen geführt. Statt die tatsächlichen Probleme offen anzusprechen, wird Angst geschürt.
Wer sich die Entwicklung der letzten Jahre ehrlich ansieht, erkennt schnell: Das Land ist an vielen Orten schlicht überlastet. Volle Züge, Stau auf den Strassen, steigender Druck auf dem Wohnungsmarkt und überforderte Infrastrukturen sind längst Alltag. Schulen, Spitäler und Verkehr geraten immer stärker an ihre Grenzen.
Es ist nicht seriös, so zu tun, als könne die Schweiz unbegrenzt weiterwachsen, ohne dass dies Folgen hat. Ein kleines Land mit begrenztem Raum hat nun einmal klare Kapazitätsgrenzen.
Die Initiative verlangt nichts Radikales. Sie verlangt lediglich, dass das künftige Wachstum endlich gebremst wird. Das ist kein Angriff auf die Offenheit der Schweiz, sondern eine längst überfällige Korrektur einer verfehlten Entwicklung.
Besonders offensichtlich wird das Versagen beim Verweis auf den Fachkräftemangel. Trotz massiv gestiegener Zuwanderung bleibt das Problem bestehen. Das zeigt doch deutlich: Mehr Zuwanderung löst nicht automatisch die Engpässe, sondern verschärft sie oft sogar. Wer dies weiterhin ignoriert, verschliesst die Augen vor der Realität.
Die Schweiz braucht keine schönen Worte, sondern klare Grenzen. Wer die Lebensqualität, die Versorgungssicherheit und den sozialen Zusammenhalt erhalten will, muss das unkontrollierte Wachstum endlich unterbinden. Genau deshalb ist ein Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative nötig.
