notifications
Leserbrief

Die Energiewende ist weit entfernt

Zu den Hürden der Energiewende

Wir haben alles richtig gemacht. Ein gut isoliertes Dreifamilienhaus mit Wärmepumpe, 22-Kilowatt-Photovoltaik auf dem Dach und 20-Kilowattstunden-Stromspeicher im Keller. Überschüsse teilen wir über einen ZEV mit den anderen Haushalten. Wir fliegen bewusst nicht mehr, fahren elektrisch, und unser ökologischer Fussabdruck ist inzwischen so grün, dass Greta vermutlich zufrieden nicken würde.

Und genau deshalb werden wir jetzt bestraft. Fördergelder werden gestrichen, Einspeisevergütungen immer mehr gekürzt, Netzkosten werden laufend steigen, Peakleistungen auf 70 Prozent gedeckelt. Für Elektroautos zahlen wir künftig höhere Strassensteuern, während die Strompreise an öffentlichen Ladestationen stetig steigen. Zu den weit und breit höchsten Strompreisen in der Gemeinde Arth will ich mich gar nicht äussern, sonst wird wieder ein Leserbrief von mir nicht gedruckt. Wer Eigenverantwortung übernimmt, wird reguliert, gedeckelt und zur Kasse gebeten. Wer nichts tut, darf weitermachen wie bisher.

Man fragt sich unweigerlich: Soll die Energiewende gelingen – oder nur verwaltet werden? Soll sie attraktiv sein – oder abschreckend? Denn die Botschaft, die aktuell ankommt, ist klar: Engagement lohnt sich nicht. Weitsicht wird nicht belohnt. Idealismus ist naiv. Vielleicht ist es tatsächlich einfacher, weiter fossile Energie zu importieren, statt Menschen zu unterstützen, die vor Ort investieren. Vielleicht stört es einfach, wenn Bürger zeigen, dass es auch ohne grosse Versorger geht.

Falls das Ziel der Energiewende ist, sie möglichst unattraktiv zu machen – dann sind wir auf einem hervorragenden Weg. Falls nicht, sollte man dringend aufhören, ausgerechnet jene zu bestrafen, die sie bereits leben.

Mehr aus dieser Gemeinde