Leserbrief

Der Staat ist keine Versicherung

Zum Artikel «Fuhrhalter fordern Hilfe vom Bund» vom 19. September

Die Fuhrhalter fordern Hilfe vom Bund, weil die Transportbranche angeblich am Existenzrisiko steht. Das mag für manche Betriebe eine schwierige Situation sein. Aber seit wann gehört es zur Aufgabe des Staates, unternehmerische Risiken abzufedern, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verändern? Ein Unternehmen trägt Verantwortung für seine Investitionen, seine Flotte und seine Zukunftsstrategie. Wenn sich eine Technologie überholt oder die Kostenstruktur verändert, kann nicht reflexartig der Steuerzahler zur Kasse gebeten werden.

Es ist bequem, jahrelang mit dem Bewährten zu arbeiten und bei Veränderungen nach Bern zu rufen. Aber so funktioniert Unternehmertum nicht. Wer Gewinne und Chancen selbst beansprucht, muss grundsätzlich auch Verluste und Risiken selbst tragen.

Wenn der Bund unterstützen will, dann bitte gezielt dort, wo eine zukunftsfähige Veränderung gefördert wird – etwa beim Aufbau der Ladeinfrastruktur oder beim Umstieg auf Elektro-Lkw. Aber einfach Geld bereitzustellen, damit ein Geschäftsmodell unter den bisherigen Bedingungen weitergeführt werden kann, wäre aus meiner Sicht der falsche Ansatz.

Der Staat ist kein Versicherungsunternehmen für unternehmerische Fehlentscheidungen. Und der Steuerzahler ist nicht der stille Teilhaber, der bei Problemen automatisch die Rechnung übernimmt.

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